Mama auf Probe (Fortsetzung der News vom 24.01.2014)

Die elf Mädchen erhielten nach einer kurzen Einführung ihre Babys mit Geburtsurkunde überreicht. Die stolzen Mütter gaben danach den Kindern schon die ersten Fläschchen und halfen einander die Kleinen in die Tragegurte zu setzen. Nach der ersten Nacht waren die Mütter schon sehr gestresst und unausgeschlafen. Das Baby habe alle 2 Stunden geschrien, "ich hätte es mir nicht so anstrengend vorgestellt“, kam aus einigen Mündern. Nach der zweiten Nacht waren die meisten froh, das Baby wieder abgeben zu können. Die Schülerinnen hatten das Gefühl, dass die Babys sie ärgern wollten, da sie immer dann schrien, wenn sie gerade eingeschlafen waren oder etwas anderes machen wollten. „Ich hätte das Baby zwischendurch so erwürgen können“ - über solche Gefühle waren die Schülerinnen selbst sehr erstaunt und erschrocken. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich auf ein Baby so wütend werden könnte“, gab eines der Mädchen das wieder, was viele gedacht hatten.

Frau Hermann und Frau Ledig von der Schwangerschaftskonfliktberatung erläuterten dann auch, dass es vielen Eltern so ergeht – selbst wenn ihr Kind ein Wunschkind war. Die hilflose Wut, wenn es einfach nicht aufhört zu schreien, würde nicht wenige Eltern überfordern. Leider hätten sich nicht alle unter Kontrolle und so kämen Misshandlungen an Babys auch im Kreis Unna vor. Wer nicht mehr weiter wisse, solle sich an die zuständigen Beratungsstellen oder Ärzte wenden.
Die teilnehmenden Schülerinnen wissen auf jeden Fall jetzt besser Bescheid.

Das Projekt fanden alle Mädchen sehr hilfreich und sie würden wieder daran teilnehmen. Sie haben den Alltag mit einem Baby erlebt und gelernt, wenigstens zeitweise Verantwortung zu übernehmen. Für alle steht fest: „Jetzt bin ich noch zu jung für ein Kind, so mit Mitte 20 wäre ein guter Zeitpunkt.“ „Erstmal eine Ausbildung machen, Geld verdienen und auf eigenen Füßen stehen“ lautete abschließend die einhellige Meinung der Schülerinnen.

Die ersten, noch unbeholfenen Schritte mit dem "Zögling"
In den Gesichtern ist eine gewisse Anspannung nicht zu verkennen - aber das "Halten" des Babys gelingt schon recht gut ...